Guinierkamera G670

Im Huber G670 kommt zum ersten Mal in der Guiniertechnik ein modernes Bildplatten-Detektionsverfahren zum Einsatz.

In vielen Guiniersystemen wurde die über 100 Jahre alte Nassfilmtechnik in den letzten Jahrzehnten durch schrittweise zählende Scintillations- und Proportionaldetektoren abgelöst. Das ermöglicht zwar eine digitale Datenerfassung, jedoch können die Messzeiten nicht wesentlich reduziert werden und liegen im Bereich von Stunden bis Tagen.

Im Gegensatz dazu sind mit dem Huber Bildplattenverfahren die Daten innerhalb weniger Minuten verfügbar. An die klassische Guinierkamera erinnert also nur noch die Geometrie und die hohe Auflösung - die Huber G670 kann vielmehr als vollwertiges Diffraktometer betrachtet werden.

Das Gehäuse der 670 Kamera enthält neben der Bildspeicherfolie die Laser-Ausleseeinheit samt Photomultiplier und Vorverstärker sowie die Halogen-Löschlampe. Dieses kompakte Guinier-Pulverdiffraktometer vereint in sich die hohe Auflösung der alten analogen Nassfilmtechnik mit der hohen Empfindlichkeit der Bildplattentechnologie und liefert binnen kürzester Zeit digitale Pulverdiffraktogramme fertig für die weitere Auswertung durch Rietveld-Analysen o.ä..

Das mitgelieferte Messprogramm läuft unter MS-Windows und erzeugt Diffraktogrammfiles mit max. 20001 Messpunkten in allen gängigen Filetypen.

Was ist eine Bildplatte?

Auf einer biegsamen Trägerfolie aus Polyester ist eine homogene Pulverschicht von Kristalliten (Korngröße ca. 0,005mm) eines Speicherleuchtstoffes aufgetragen. Dabei handelt es sich um photostimulierbaren Phosphor aus Bariumfluorobromid mit einem Spurenanteil von 2-wertigem Europium als sogenanntes Lumineszenzzentrum (BaFBr:Eu2+).

Die Bildspeicherfolie befindet sich bei der Guinierkamera 670 mit der empfindlichen Seite nach innen genau auf dem Fokalkreis mit 90mm Radius. Sie wird wie der früher übliche Nassfilm belichtet. Anschließend wird die Bildplatte mit einem senkrechten, strichförmigen roten Diodenlaserstrahl innerhalb von ca. 5 Sekunden abgetastet.

Die dabei entstehende blaue photostimulierte Lumineszenz (PSL) an den vom Röntgenlicht getroffenen Bildpartien wird während des Abtastvorgangs über einen Photomultiplier verstärkt und registriert. Das zunächst analoge Signal wird über einen 16-Bit A/D Converter in digitale Zählraten verwandelt.

Mit einer weißen Halogenlampe lässt sich die gespeicherte Bildstruktur innerhalb von 10 Sekunden wieder löschen und die Guinierkamera ist bereit für die nächste Aufnahme.

 

Technische Daten:

Max. Gesamtzahl der Datenpunkte: 20001
Schrittweite (2-Theta): 0,005°
Braggwinkelbereich (asymm. Transmission): 0°...100°
Braggwinkelbereich (17° Reflexion): 50°...150
Fokalkreis Radius [mm]: 90
A/D Wandler Auflösung [Bit]: 16
Signal Dynamik (Counts): 200000
Einfache Auslesezeit [Sek]: < 5
Löschzeit [Sek]: 10
   
Hardware Anforderungen:  
Röntgenquelle (feiner Strichfokus) [mm]: 0,4*8
Strahlhöhe über Tisch [mm]: ca. 275
Arbeitsfläche neben der Röhre [mm]: ca. 600*500

Aktueller MS-Windows PC mit drei freien PCI-Steckplätzen

Probenhalter und -Umgebungen
Der 670 Kamerakörper mit der Messelektronik ist vom Tageslicht abgeschirmt und in sich abgeschlossen.

Die in der Probe gebeugte Röntgenstrahlung kann durch ein seitliches Eintrittsfenster ins Innere der Kamera eindringen.

Es stehen diverse Probenhalter zur Verfügung, welche reproduzierbar außen am Kamerakörper mit Hilfe von zwei Inbusschrauben fixiert werden.

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