Zum Hauptinhalt springen

Huber G670

Nach dem langjährigem Erfolg der HUBER G670 wurde eine neue Version entwickelt.

Die neue Version wird mit automatischer Justage und in zwei verschiedenen Versionen geliefert: der 670-180 und der G670-360.

Die Nassfilmtechnik der alten HUBER Guinier Camera 621 wurde in der ersten Version der G670 durch ein Detektorsystem mit einer Speicherfolie (Imageplate) ersetzt. Seit langem werden digitale Röntgenpulver-Beugungsintensitätsdaten durch die Verwendung eines Einkanal-Step-Scan-Szintillationsdetektors erzielt. Aufgrund des Zeitmultiplexeffekts der positionsempfindlichen Speicherfolienmethode sind diese Daten nun innerhalb weniger Minuten anstelle von Stunden verfügbar.

Das Kameragehäuse enthält die komplette Ausleseeinheit inklusive Laserscanner, Signalvorverstärker und Löschlampe.

Dieses Instrument kombiniert die hohe Auflösung der alten Nassfilmtechnik mit der Empfindlichkeit eines Szintillationsdetektors und liefert digitale Intensitätsdaten. Die Daten können z.B. mit der Rietveld-Methode weiterverarbeitet werden. Diese Speicherfolienmethode ersetzt sogar die positionsempfindliche Proportionaldetektortechnik. Dies ist auf den relativ kleinen Fokalkreisdurchmesser von 180 mm zurückzuführen, den eine proportionale PSD nicht erfüllen kann.

Das 670-Paket enthält die für die Steuerung d Datenerfassung erforderliche Hard- und Software. Pro Scan können maximal 20001 Datenpunkte in den meisten gängigen Dateiformaten gespeichert werden, die mit jeder kristallografischen Auswertungssoftware kompatibel sind.

Unterschied G670-180 und G670-360

Die effektive Auflösung einer Röntgen-Pulver-Messung wir von verschiedenen Faktoren beeinflusst:

  • Probe (Pulver)
  • Monochromator
  • Wellenlänge der Röntgenstrahlung
  • Qualität der Röntgenstrahlung
  • Goniometer
  • Detektor

 

In beiden Versionen der HUBER G670 ist die Auflösung der Kamera höher als die des Signals welches von der Probe kommt.

Aus diesem Grund erhöht ein größerer Radius der Kamera G670-360 für harte Röntgenstrahlung (z.B. Ag oder Mo) die Auflösung.

Hingegen bei weicher Röntgenstrahlung (z.B. Cu oder Co) ist die G670-180 die bessere Wahl.

Was ist eine Bildplatte?

Auf einer biegsamen Trägerfolie aus Polyester ist eine homogene Pulverschicht von Kristalliten (Korngröße ca. 0,005mm) eines Speicherleuchtstoffes aufgetragen. Dabei handelt es sich um photostimulierbaren Phosphor aus Bariumfluorobromid mit einem Spurenanteil von 2-wertigem Europium als sogenanntes Lumineszenzzentrum (BaFBr:Eu2+).

Die Bildspeicherfolie befindet sich bei der Guinierkamera 670 mit der empfindlichen Seite nach innen genau auf dem Fokalkreis mit 90mm Radius. Sie wird wie der früher übliche Nassfilm belichtet. Anschließend wird die Bildplatte mit einem senkrechten, strichförmigen roten Diodenlaserstrahl innerhalb von ca. 5 Sekunden abgetastet.

Die dabei entstehende blaue photostimulierte Lumineszenz (PSL) an den vom Röntgenlicht getroffenen Bildpartien wird während des Abtastvorgangs über einen Photomultiplier verstärkt und registriert. Das zunächst analoge Signal wird über einen 16-Bit A/D Converter in digitale Zählraten verwandelt.

Mit einer weißen Halogenlampe lässt sich die gespeicherte Bildstruktur innerhalb von 10 Sekunden wieder löschen und die Guinierkamera ist bereit für die nächste Aufnahme.